Musik-Gordi 2016: Ergebnis der Abstimmung 4


Musik-Gordi 2016: Das Ergebnis

Musik-Gordi 2016: Das Ergebnis

Das Ergebnis des Online-Votings:

  1. Benjamin-Immanuel Hoff konnte 72% aller Stimmen erringen
  2. Erik O. Schulz kommt auf 20% aller Stimmen
  3. Sandra Scheeres auf 7%

Und wenn jemand schlau, ist zählt er zusammen und kommt auf 99% – was einfach ein Rundungsfehler der Software ist. Bei der Abstimmung in diesem Jahr haben ca. 6.500 Menschen teilgenommen, bei der letzten Abstimmung zum Musik-Gordi 2015 waren es noch knapp 2.000. Abstimmen konnte man mehrfach: Nämlich bis zu zwei mal pro Stunde.

Das Ergebnis ist aber auch ein anderes: Die meisten Kommentare zu den Nominierten finden sich bei Sandra Scheeres, sie ist die Preisträgerin im Kommentarrennen. Erik O. Schulz hingegen hatte in der letzten Zeit die meiste Aufmerksamkeit in institutioneller Hinsicht. Ein „Offener Brief„, Äußerungen des Deutschen Bühnenvereins und heute aktuell von VdO und GDBA.

Als schlechter Gewinner des Preies hat sich vorab Benjamin-Immanuel Hoff gezeigt. Gestern abend warf er den Initiatoren noch vor, sie hätten geschwindelt und eine Einladung zur Preisverleihung sei an ihn nicht ergangen.

Die neue musikzeitung und das musikforum antworteten daraufhin mit der Veröffentlichung ihres Anschreibens, datiert auf den 10. März 2016. Leider kann man den Eingang auf dem Server des Empfängerservers nicht nachvollziehen. Vielleicht schafft dies aber Herr Hoff selbst.

Jetzt findet um 15:30 im Rahmen der Frankfurter Musikmesse die Verleihung in Abwesenheit des Siegers statt.

Hoff hat sich übrigens (siehe oben) mit einer Gegeneinladung revanchiert. Das ist guter Stil.

(…) Ich lade Sie herzlich nach Erfurt ein. Wenn Sie im Ergebnis der Diskussion tatsächlich meinen, ich hätte den Musik-Gordi verdient, weil Budgetsteigerungen im Bereich mehrerer Millionen für den Theater- und Orchesterbereich, Planungssicherheit bis 2025, der Erhalt von Werkstätten und Schauspiel, Stärkung des Staatsballetts und einseitige Tarifsteigerungen des Landes selbst dann, wenn Kommunen diese nicht zahlen würden etc., wäre eines Negativpreises würdig – dann können Sie mir den Musik-Gordi gern persönlich überreichen. [Quelle]


Kommentar verfassen

4 Gedanken zu “Musik-Gordi 2016: Ergebnis der Abstimmung

  • Norbert Maier

    Es ist mir vollkommen unverständlich, Prof. Hoff diese „Auszeichnung“ zukommen zu lassen. Hat er sich doch wie keiner seiner Vorgänger in Thüringen von Anfang an dezidiert dafür eingesetzt, Orchesterstrukturen zu schaffen, die über die aktuelle Legislaturperiode Bestand haben sollten. Von der NMZ hätte ich mir einen qualifizierten Beitrag erwartet. Für die Misstöne, die Sie damit in die ohne schon schwierigen Verhandlungen bringen, haben Sie sich eine gordisch verknotete Trompete verdient!!!

    • Martin Hufner Autor des Beitrags

      Sehr geehrter Herr Maier. Mindestens in einem Punkt haben Sie unrecht. Nicht die nmz hat Hoff gewählt, sondern diejenigen, die sich an der Abstimmung beteiligt haben. Da diese jedoch anonym war, können wir Ihnen leider nicht die Adressen der Wählerinnen und Wähler übermitteln, denen Sie dann die verknotete Trompete überreichen dürfen.

      • Norbert Maier

        Hallo, Herr Hufner. Zu Ihrer Replik eine Bemerkung, mit der ich mich aus der Diskussion zurückziehen werde: Sie haben prinzipiell recht, für würdig des Musik-Gordi befunden wurde Prof. Hoff natürlich von den an der Abstimmung beteiligten. Allerdings frage ich mich schon, wie es Prof. Hoff überhaupt auf diese Liste geschafft hat. Ich habe den Eindruck, dass die Initiatoren von Anfang davon ausgingen, dass Hoff ihr „Negativ-Kandidat“ des Jahres 2016 werden sollte. Und wenn es zutreffen sollte, dass jedermann auch mehrfach abstimmen konnte, so zeigt sich ja hierin bereits die Unseriosität des „Musik-Gordi“. Den schmählichen Satz, den Preisträger auch noch als „aktuellen Weltmeister im verbalen Zurückrudern“ zu bezeichnen“, finde ich nur noch beschämend. In einer so schwierigen Phase der Verhandlungen über den Fortbestand der Kultur in Thüringen hat die NMZ-Aktion mit dem bekannten Ergebnis den Betroffenen doch einen Bärendienst erwiesen! Wenigstens hat Prof. Hoff diese „Auszeichnung“ souverän kommentiert und ad absurdum geführt. Nach meiner Ansicht ist das ganze Gordi-Getue eher ein PR-Gag als sinn- und maßvolle Auseinandersetzung mit einer komplizierten Materie. So what? Urbi et gordi…??

  • Matthias Masur

    Werden wir doch mal konkret:
    Die Orchester in Altenburg und Gera hatten 1990 zusammen 149 Musiker.
    Im Vorfeld der (Theater-) Fusion wurde über Verrentung und Vorruhestand innerhalb von 5 Jahren ein Personalabbau von 29 Stellen durchgeführt.
    Ab 1995 bestand dann im Zusammenhang mit mehreren aufeinanderfolgenden Haustarifverträgen sozusagen Kündigungsschutz – freiwerdende Stellen mussten ab diesem Zeitpunkt nicht (bzw. nur extrem wichtige) wieder besetzt werden.
    Jede Orchesterstruktur in der Zwischenzeit wurde als „bestandsfähig und nötig“ bezeichnet.
    Das Ergebnis: heute sind noch 73 Musikerstellen vorhanden, die an 2 Standorten bei Vorstellungen aller 5 Sparten eingesetzt werden.
    Nach Hoffs Plänen soll – weiterhin über Verrentung – auf 64 Stellen abgebaut werden.
    Genau das steht im Papier von Herrn Hoff – da ist für uns nichts neues enthalten!
    Der erklärte Wille der Gesellschafter (GmbH- Geldgeber) war es immer, „eigentlich“ Tariflohn zahlen zu wollen.
    Auch das ist nicht neu.
    Da die verfügbaren Summen nicht für den Tariflohn aller Beschäftigten reichen, müssen die Arbeitnehmer entweder auf Geld verzichten oder es müssen Stellen nicht wieder besetzt (…abgebaut…) werden, damit der Tariflohn gezahlt werden kann – das ist eine simple Rechnung.
    Die meisten Thüringer Theater und Orchester werden sehr wahrscheinlich noch über mehrere Jahre Gehaltsverzicht leisten müssen.
    Sollte es anders kommen und Herr Hoff kann tatsächlich alle vorhandenen Stellen dauerhaft finanzieren (was nicht seiner erklärten Absicht entspricht! Er erwartet Strukturentscheidungen – sprich: Einschnitte) dann hat er den Preis tatsächlich zu Unrecht erhalten.
    Ich bin tatsächlich gespannt, wie die Finanzierungen ab 2017 aussehen werden.

    P.S. die anderen Standorte Thüringens und die anderen Sparten sprechen bitte für sich selber…