Nominiert 2015: Mathias Brodkorb 17


Kulturminister in Mecklenburg-Vorpommern: Mathias Brodkorb. Foto: Stefanie Link

Kulturminister in Mecklenburg-Vorpommern: Mathias Brodkorb. Foto: Stefanie Link

In anderen Ländern ist es üblich, dass die Kulturpolitiker für den Erhalt der Kultur kämpfen, die Finanzpolitiker dem aber einen Riegel vorschieben. In Mecklenburg-Vorpommern können sich die Finanzpolitiker entspannt zurücklehnen. Kulturminister Mathias Brodkorb erledigt den Job ganz alleine. Eine Münchner Unternehmensberatung lieferte ihm die höchst zahlenorientierte Basis für seinen Aktionismus in der Mecklenburg-Vorpommerschen Theaterlandschaft: Kürzungen in Schwerin, Spartenschließungen in Rostock, Fusion der bereits Fusionierten Neubrandenburg-Neustrelitz und Greifswald-Stralsund.

Dass dabei zahlreiche Arbeitsplätze wegfallen, dass gewachsene (Musik-)Theaterstandorte, mit denen sich die Menschen in den Städten identifizieren, ausbluten, scheint ihn nicht zu stören. Auch nicht, dass Parteifreund Thierse ihm öffentlich einen Rüffel erteilte. Die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen, in denen er Rede und Antwort stehen könnte, sagt Brodkorb regelmäßig ab. Kultur in Mecklenburg-Vorpommern verkümmert zur Nebensache unter dem Kulturminister Brodkorb. Dafür gebührt ihm unbedingt der Gordi.


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17 Gedanken zu “Nominiert 2015: Mathias Brodkorb

  • Andreas Masopust

    Herr Brodkorb macht seinem Namen insofern alle Ehre, da er nach demMotto „Wess Brot ich ess´, des Lied ich sing…..“ die seit Jahrzehnten desaströse Kulturpolitik in MeckPomm aktiv unterstützt. Dort hat der Wahnsinn nämlich Methode: Dass die Theater und Orchester im Lande seit Jahrzehnten mit gedeckelten Haushalten leben und keine Mittel für inflationsbedingte Kostenstiegerungen geschweige denn Tarifvorsorge für die Künstlerinnen und Künstler erhalten, finanziell und damit auch künstlerisch am Ende sind und austrocknen, ist offensichtlich politisch gewollt. Wer sich darüber wundert ist ein Heuchler ersten Ranges.

    Andreas Masopust, Berlin

  • Markus Münchmeyer

    Der Mensch lebt nicht vom Brod allein, Herr Brodkorb !
    Ihr Ministerium soll die Kultur unterstützen , nicht abwickeln !
    Die paar eingesparten Millionen machen das Ihnen anvertraute
    teilweise sehr alte und unwiderbringliche Kulturgut in Form von
    Theatern , Konzerthallen und Opernhäusern unbenutzbar , während
    sie damit keine wirtschaftliche Erleichterung schaffen .
    Geben Sie den Menschen in ihrem Land die Möglichkeit, sich zu erbauen !
    MfG
    Münchmeyer

  • Katja Wallraf

    Ich finde schlimm, wenn MeckPomm auf Event-Kultur a la Störtebecker eingedampft wird.Das kann kein Bundesland mit sich machen lassen wollen!! Katja Wallraf.

  • Sigrid Hammer

    Der Kulturabbau in Mecklenburg Vorpommern ist unglaublich. Theater haben einen Bildungsauftrag. Was hier von Herrn Brotkorb platt gemacht werden soll ist unwiederbringlich verloren. Wir brauchen die Theater und Orchester in unserem Land auch für die Zukunft unserer Kinder.

  • Stefan Fiedler

    Es ist unfassbar, dass die Orchestermusiker und viele andere Theaterschaffende bald mehr im Auto sitzen werden als auf der Bühne.
    Das Publikum wird ebenfalls bald negative Quantitäts- und Qualitätsänderungen spüren- eine Katastrophe bahnt sich an.
    Daher kämpfen wir gemeinsam gegen die kulturelle Verarmung des Landes M/V!!
    Nicht nur Herr Brodkorb trägt hierfür die Verantwortung, leider auch viele andere Politiker in den Kommunen,
    die anscheinend den Verstand verloren haben und jetzt Parteipolitik mit dem Thema Fusion betreiben.

  • Mihai Belu

    für seine besondere politische ,,Leistung“, für die Begrüßung des neuen Intendanten des Volkstheater Rostock mit dem Spruch : ,,für mich existiert Ihr Theater gar nicht mehr“ , und für den Versuch, zusammen mit dem OB Methling, aus einen 4 Sparten Theater, eine sogenannte ,,2+2″ Variante zu schaffen, die am ende ,,=0″ Sparten ergeben wird ! Voll verdient !!!

  • M.Freydag

    Bravo Herr Brodkorb, am Ende Ihrer Amtszeit können Sie sich sagen : Wahlversprechen gehalten, wir zahlen flächendeckend Tariflöhne. Wie viele (Theater)Leichen Sie auf diesem Wege dafür hinterlassen haben, fragt dann wohl keiner mehr. Ich nenne es Seelenarmut. Sie tun mir leid.

    • Harry Müller

      Tariflohn ist in diesem Zusammenhang leicht übertrieben, da in den sogenannten Haustarifverträgen, die einigen Orchestern aufgezwungen wurden, der TVK (Tarifvertrag für Kulturorchester) z.B. Bei der Staatskapelle Schwerin um reichlich 15% nach unten „korrigiert“ wurde.

  • Harry Müller

    Herr Brodkorb verweist als Grund für die Vernichtung von Kulturinstitutionen gerne auf ein „strukturelles Defizit“ der Theater, vergisst aber zu erwähnen, dass die letzten drei Landesregierungen dieses durch die Deckelung des Kulturetats seit dem Jare 1994 systematisch herbeigeführt haben. Man stelle sich einmal die Einsparungen und notwendigen Reformen vor, die nötig wären, wenn Landesregierung und Landtag mit dem Etat von 1994 auskommen müssten.

  • Felizitas Strauss

    Als nach dem Krieg die Brotkörbe im Land leer waren, nahmen die Menschen Geld, das sie eigentlich nicht hatten, um Theater und Orchester wieder aufzubauen. Sie wussten, dass sie ohne ihre Jahrhunderte alte Kultur nicht leben wollten und konnten. Sie wussten, dass ein gutes Kulturangebot der geistigen Primitivität, sprich der Vorstufe zur Braunen und ähnlicher Gefahr entgegenwirkt.
    Machen Sie die kulturellen Brotkörbe in M-V wieder voll, Herr Brodkorb!

  • Olaf Lemme

    Ein Mensch, der nur seine Karriere im Blick hat und „verbrannte Erde“ hinterlässt!!! Unglaublich, dass die SPD ein Jüngelchen ohne Berufs und Lebenserfahrung auf solch einen wichtigen Posten setzt. Damit verdient die SPD von der Bildfläche zu verschwinden, wie es die FDP vor gemacht hat!!!

    • Manfred Bunge

      Minister Brodkorb hatte bereits mit seinen bildungspolitischen Entscheidungen bewiesen, welch schmaler Geist er ist. Es geht ihm nur ums Einsparen von Geld. Zugleich versteckt er sich gerne in seinem Ministerium, sicher von der Angst getrieben, mit den Betroffenen, die ja auch die Fachleute sind, ins Gespräch zu gehen undseine Entscheidungen zu diskutieren.
      Ich bin enttäuscht, dass dies die Politik einer SPD Regierung ist. Sicher denken viele in der Partei anders, aber wenn sie solche „Politiker“ nicht zurückpfeifen oder verhindern, weiss ich das bei den nächsten Wahlen sehr wohl zu berücksichtigen. Dann schert euch zum Teufel Genossen.

  • Angela Ziegler

    Unsere Kulturlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern darf nicht weiter zerschlagen werden. Nicht immer ist Zentralisation gut. Überall im Land muss es Angebote geben, damit die Menschen sich hier wohlfühlen können. Es wollen nicht alle immer bis nach Hamburg zu „König der Löwen“ oder anderen Publikumsmagneten fahren. Wie arm wird eine Gesellschaft durch diese Gleichmacherei. Welche Chance bekommen Künstler in diesem unserem Land? Womit wollten wir eine intelligente und sensible Jugend hier halten? Ich bin sicher, es ist in Wirklichkeit kein finanzielles Problem, sondern nur eines der gerechten Verteilung.