Musik-Gordi 2014: Winfried Kretschmann Ministerpräsident (BW)


Im Rahmen der Internationalen Musikmesse Frankfurt am Main wird der „Musik-Gordi, der gordische Knoten des Musiklebens“ verliehen. Der Preis, der von dem Magazin Musikforum gemeinsam mit der neuen musikzeitung ins Leben gerufen wurde, geht in diesem Jahr an Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Kretschmann hat als Regierungschef des Landes wesentliche kulturpolitische Missstände und Fehlent-scheidungen mit zu verantworten. Dazu gehören die geplante Fusion der beiden Klangkörper Radio-Sinfonieorchester Stuttgart und Sinfonieorchester Baden-Baden / Freiburg sowie die Kürzungspläne für die Musikhochschulen in Baden-Württemberg.

Musiik-Gordi-Verleihung auf Frankfurts Musikmesse. Foto: Martin Hufner

Musiik-Gordi-Verleihung auf Frankfurts Musikmesse. Foto: Martin Hufner

Dazu Prof. Christian Höppner, Chefredakteur des Musikforums: „Baden-Württemberg macht seit Monaten mit einer kulturpolitischen Schreckensnachricht nach der anderen auf sich aufmerksam. Das einstige ‚Musterländle‘ ist auf dem besten Wege, im Wettbewerb der Länder auf bildungskulturelles Mittelmaß abzusteigen. Ministerpräsident Kretschmann trägt die Gesamtverantwortung für die fortschreitende Zerstörung kultureller Infrastruktur in Baden-Württemberg. Dabei stützt er sich weder auf inhaltliche, noch auf politische Argumente, sondern vertraut offenbar der Buchhaltermentalität seiner Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. Die Verleihung des ‚Musik-Gordi‘ ist als Aufforderung an die Landesregierung zum Handeln zu verstehen, den gordischen Knoten dieser verhängnisvollen Entwicklung zu durchschlagen.“

Theo Geißler, Herausgeber der neuen musikzeitung (nmz): „Dass der ‚Musik-Gordi‘ bereits zum zweiten Mal in Folge nach Baden-Württemberg vergeben wird, macht die Dramatik der Situation im Land deutlich. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die Musikhoch-schulen sind zwei tragende Säulen des Kulturlebens in Baden-Württemberg. Ich hoffe, dass dieser Kulturraubbau nicht in Übereinstimmung mit Grundsatzpositionen von Bündnis 90 / DIE GRÜNEN steht.“

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